Immobilienfinanzierung im Wandel: Was die Weltlage für Makler:innen bedeutet

Real Estate Connect - ds Afterwork, das die Immobilienwelt verbindet

Geopolitische Unsicherheiten, eine schwächere Konjunktur und veränderte Marktbedingungen machen auch vor dem Immobilienmarkt nicht halt. Besonders spürbar sind die Auswirkungen bei der Finanzierung: Banken prüfen genauer, Entscheidungsprozesse werden komplexer und alternative Finanzierungswege gewinnen an Bedeutung.

Doch was bedeutet das konkret für Immobilienmakler:innen?

Genau dieser Frage haben wir uns beim Auftakt von Real Estate Connect in Frankfurt im August gewidmet. In einem unserer drei Community Spotlights ging es um die Frage, wie sich die aktuellen wirtschaftlichen und geopolitischen Entwicklungen auf Immobilienfinanzierungen auswirken – und was Makler daraus für ihre tägliche Arbeit mitnehmen können.
iad Deutschland Managing Director Apostolos Bibudis beim Auftrakt der neuen Eventserie Real Estate Connect in Frankfurt
iad Deutschland Managing Director Apostolos Bibudis beim Auftrakt der neuen Eventserie „Real Estate Connect“ in Frankfurt

Immobilienfinanzierung wird anspruchsvoller

Die Zeiten, in denen ein gutes Objekt und eine solide Eigenkapitalquote häufig als wichtigste Voraussetzungen für eine Finanzierung galten, sind anspruchsvoller geworden. Banken und Investor:innen betrachten heute stärker das gesamte Projekt und wollen Risiken und Chancen genauer einschätzen können.

Dabei spielen unter anderem folgende Fragen eine Rolle:

Das kann dazu führen, dass Prüfprozesse länger dauern und Finanzierungspartner mehr Informationen und Nachweise verlangen.

Für Immobilienmakler:innen bedeutet das vor allem eines: Finanzierung sollte möglichst früh im Verkaufs- oder Investitionsprozess mitgedacht werden. Wer die Anforderungen kennt und relevante Informationen frühzeitig zusammenträgt, kann seine Kund:innen besser auf Gespräche mit Finanzierungspartnern vorbereiten.

Eine der zentralen Beobachtungen aus unserem Community Spotlight in Frankfurt: Finanzierungspartner bewerten Immobilienprojekte zunehmend ganzheitlich.

Nicht nur die Immobilie selbst zählt. Auch das Umfeld, die geplante Nutzung, die Wirtschaftlichkeit und die Perspektive des Projekts spielen eine Rolle.

Für Makler:innen bedeutet das, dass eine gute Objektaufbereitung über aussagekräftige Fotos, Grundrisse und Eckdaten hinausgehen kann. Gerade bei Anlageimmobilien oder komplexeren Projekten wird es wichtiger, die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen nachvollziehbar darstellen zu können.

Je besser die Fakten aufbereitet sind, desto leichter können Finanzierungspartner das Projekt einschätzen.

Wenn sich die Rahmenbedingungen verändern, gewinnen belastbare Informationen an Bedeutung. Genau hier können Immobilienmakler:innen mit ihrer lokalen Expertise punkten.

Denn ein Durchschnittswert für eine gesamte Stadt sagt oft wenig darüber aus, wie sich ein bestimmter Stadtteil tatsächlich entwickelt.

Wie hoch ist die Nachfrage vor Ort? Welche Zielgruppen suchen dort Immobilien? Wie entwickeln sich Mieten und Kaufpreise? Wie gut lassen sich vergleichbare Objekte vermieten? Und welche Besonderheiten gibt es in der jeweiligen Mikrolage?

Wer diese Fragen fundiert beantworten kann, liefert nicht nur Kaufinteressent:innen wertvolle Informationen. Auch für Finanzierungspartner:innen kann eine gute Einschätzung des lokalen Marktes hilfreich sein.

Lokale Marktkenntnis wird damit zunehmend zu einem Teil der Beratungsqualität.

Eine weitere Erkenntnis aus dem Austausch: Wenn klassische Bankfinanzierungen schwieriger oder langwieriger werden, lohnt sich der Blick auf weitere Möglichkeiten.

Je nach Projekt und individueller Situation können beispielsweise Mezzanine-Kapital, Nachrangdarlehen, regionale Kapitalgeber:innen oder Club-Deals mit lokalen Investoren:innen eine Rolle spielen.

Dabei geht es nicht darum, die klassische Bankfinanzierung grundsätzlich zu ersetzen. Vielmehr kann ein breiteres Verständnis verschiedener Finanzierungswege dabei helfen, auch für anspruchsvollere Projekte Lösungen zu finden.

Für Immobilienmakler:innen bedeutet das nicht, selbst zum Finanzierungsexperten werden zu müssen. Umso wichtiger ist aber ein gutes Netzwerk aus kompetenten Finanzierungspartner:innen und anderen Expert:innen.

Was Immobilienmakler:innen daraus mitnehmen können

Die aktuellen Entwicklungen zeigen, wie eng globale wirtschaftliche und geopolitische Entwicklungen mit dem lokalen Immobiliengeschäft verbunden sind. Was auf den ersten Blick weit entfernt erscheint, kann sich direkt auf die Finanzierung eines konkreten Immobilienprojekts auswirken.

Für Makler:innen ergeben sich daraus vor allem drei Ansatzpunkte:

Früher mitdenken: Finanzierung nicht erst dann thematisieren, wenn Käufer:innen oder Investor:innen bereits eine konkrete Immobilie gefunden haben.

Lokal argumentieren: Die eigene Markt- und Mikrolagenkenntnis nutzen, um Projekte realistisch einzuordnen.

Netzwerk erweitern: Neben klassischen Banken auch weitere Finanzierungspartner:innen und Experten:innen kennen und bei Bedarf einbeziehen.

Dabei gilt:

Immobilienmakler:innen müssen nicht jede Finanzierung selbst strukturieren. Ihre Stärke liegt vielmehr darin, Immobilie, Markt und Beteiligte zusammenzubringen und Kunden sicher durch den Prozess zu begleiten.

Globale Entwicklungen verstehen, lokal handeln

Der Austausch in Frankfurt hat einmal mehr gezeigt: Gerade wenn sich der Markt verändert, wird der Austausch innerhalb der Branche wertvoll.

Welche Entwicklungen beobachten andere Makler:innen? Welche Finanzierungsthemen beschäftigen Kund:innen aktuell? Welche Lösungen funktionieren in der Praxis? Und wo entstehen vielleicht neue Chancen?

Genau hier setzt Real Estate Connect an. Die neue Eventserie bringt verschiedene Akteur:innen der Immobilienbranche zusammen, um aktuelle Themen aus dem Berufsalltag offen zu diskutieren, Erfahrungen zu teilen und voneinander zu lernen.

Das Thema Immobilienfinanzierung

war beim Real Estate Connect Frankfurt im August eines von drei Community Spotlights. Drei unterschiedliche Themen, ein gemeinsamer Gedanke: Wissen wird wertvoller, wenn man es miteinander teilt.

Das nächste Real Estate Connect findet in Berlin statt

Du möchtest aktuelle Themen aus dem Immobiliengeschäft nicht nur verfolgen, sondern dich direkt mit anderen Makler:innen und weiteren Branchenakteur:innen darüber austauschen?

Das nächste Real Estate Connect findet am 24. September 2026 in Berlin statt!

Dich erwarten wieder Community Spotlights, spannende Impulse und vor allem Raum für den persönlichen Austausch mit anderen Immobilienprofis.

Die nächsten Termine werden in Kürze hier bekannt gegeben!

Die Darstellung der Rechtsprechung stellt keine anwaltliche Beratung dar, sie dient der allgemeinen Information und ersetzt nicht die Einholung eines Rechtsrates. Alle Angaben erfolgen nach sorgfältiger Prüfung, jedoch ohne Gewähr für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität.